Der Weltkünstler am Attersee

Vergleichbar mit Claude Monets Giverny, Paul Cezannés Provence und Egon Schieles Krumau präsentiert sich der Attersee heute als einzigartige Wirkungsstätte von Gustav Klimt (1862-1918). Gustav Klimts Entdeckung des Attersees als Refugium für seine Sommerfrische begann fast 50 Jahre nach den ersten touristischen Impulsen in dieser Region, im Sommer 1900. Auf der Suche nach ruhigen Plätzen für Erholung und künstlerische Inspiration fand er diese an seinem Lieblingssee, dem Attersee, abseits der Großstadt: ab 1900 im Bräuhof von Litzlberg, ab 1908 in der Villa Oleander in Kammer sowie ab 1914 im Süden des Sees im Forsthaus in Weißenbach.

Bereits 1883 bemerkte ein Attersee-Reiseführer, dass man ein „tüchtiger Maler“ sein müsse, wollte man „nur annähernd die Farbentöne der Seefläche bestimmen“. Im Jahr 1900 gelang es schließlich Gustav Klimt, die Farben des Attersees so vortrefflich in ein Gemälde zu fassen, dass es der Kunstkritiker Ludwig Hevesi als „Rahmen voll Seewasser“ bezeichnete. In Erinnerung an diese Aufenthalte, und weil Gustav Klimt mit über 40 Landschaftsgemälden der Region malerisch ein „Denkmal in Bildern“ setzte, öffnete am 14. Juli 2012 anlässlich des 150. Geburtstages des Jugendstilkünstlers das Klimt-Zentrum in prominenter Lage an der vom Künstler gemalten Schlossallee in Kammer-Schörfling. Das Klimt-Zentrum mit Kino, Shop und Café entwickelte sich seither zum attraktiven kulturellen Treffpunkt für regionale Besucher:innen und internationale Gäste.

Durch die von der Klimt-Foundation konzipierte Vernetzung mit dem Klimt-Themenweg und dem unmittelbar vor dem Museum befindlichen Klimt-Garten sowie der Klimt-spezifischen Einbindung der Attersee-Schifffahrt von der Seeseite aus wurden in den vergangenen Jahren weitere Attraktivierungen im öffentlichen Raum geschaffen. Im Jahr 2022 runden Führungen durch die 1877 errichtete historistische Villa Paulick in Seewalchen das facettenreiche Klimt-Angebot in der Region ab.

Als impulsgebender Treffpunkt für Gustav Klimt und Emilie Flöge inspirierte die Villa Paulick Gustav Klimt und seine Verwandtschaft zu siebzehn Sommeraufenthalten am Attersee. Seine Spuren an dem von ihm mehrfach gemalten türkisblauen See sind heute besonders in den Gemeinden Schörfling und Seewalchen zu entdecken und Gustav Klimt ist bis heute der prominenteste touristische Botschafter für sein Lieblingsdomizil im Salzkammergut in aller Welt.

2022 feiert das mittlerweile mit dem österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnete Klimt-Zentrum mit der Sonderschau „Ein Sommer wie damals“ das 10-jährige Bestehen und den 160. Geburtstag des Weltkünstlers.